Beruf

Smalltalk auf Networking-Events

Veröffentlicht am 09. August 2026

Von Norbert Hofmann

Auf Networking-Events herrscht oft eine seltsame Hektik: Alle wollen möglichst viele Kontakte sammeln und klappern dabei den Raum wie eine Liste ab. Das fühlt sich für alle Beteiligten unangenehm an und bringt selten belastbare Kontakte hervor. Sinnvoller ist es, wenige Gespräche wirklich zu führen, statt viele nur anzureißen. Dieser Artikel zeigt dir, wie du ohne Visitenkarten-Abklapperei ins Gespräch kommst, wie du Gruppen und Einzelpersonen unterschiedlich ansprichst, wie der Übergang vom Smalltalk zum eigentlichen Thema gelingt und wie du ein Gespräch beendest, ohne die Verbindung wieder zu kappen.

Warum Visitenkarten-Abklapperei nicht funktioniert

Wer auf einem Event von Person zu Person zieht, um möglichst viele Karten zu tauschen, hinterlässt selten einen echten Eindruck, denn ein zwei Minuten langer Austausch reicht kaum, damit sich jemand später an dich erinnert.

Sinnvoller ist ein Wechsel der Perspektive: Statt Kontakte zu sammeln, gehst du davon aus, dass du an diesem Abend zwei oder drei Gespräche führen willst, an die sich beide Seiten hinterher noch erinnern. Das reduziert den Druck und macht dich gleichzeitig gesprächiger.

Ein aufrichtiges Interesse an der anderen Person merkt man sofort, und genau das unterscheidet ein Gespräch, das im Gedächtnis bleibt, von einem, das nach der Visitenkarte gleich wieder vergessen wird.

Gruppen ansprechen

Eine bestehende Gruppe anzusprechen fühlt sich für viele schwieriger an als eine einzelne Person, dabei ist es oft leichter, weil in einer Gruppe schon ein Gespräch läuft, in das du dich mit einer kurzen, passenden Bemerkung einklinken kannst.

Steh nicht direkt frontal vor der Gruppe, sondern nähere dich seitlich an, hör kurz zu, worüber gesprochen wird, und steig dann mit einem Bezug zum Thema ein, etwa „Darf ich kurz dazukommen, das Thema interessiert mich auch gerade sehr“.

Wenn eine Gruppe schon in einem vertrauten, persönlichen Gespräch steckt, ist es meistens besser, weiterzugehen und eine offenere Gruppe oder eine einzelne Person zu suchen, statt ein laufendes Gespräch zu unterbrechen.

Einzelpersonen ansprechen

Eine Person, die allein steht, wirkt oft selbst erleichtert, wenn jemand das Gespräch beginnt, denn allein an einer Getränkestation oder am Rand des Raums zu stehen, ist für die meisten Menschen unangenehm.

Ein einfacher Einstieg bezieht sich auf die Situation selbst, etwa „Kennst du schon viele Leute hier oder bist du auch zum ersten Mal auf diesem Event?“. Solche Fragen sind leicht zu beantworten und öffnen sofort ein Gespräch.

Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, hilft es, gezielt nach passenden Formulierungen für den beruflichen Kontext zu suchen, statt dich auf Standardfloskeln zu verlassen.

Zum Fragen-Generator für den Beruf

Vom Smalltalk zum relevanten Thema

Der Übergang vom lockeren Einstieg zum eigentlichen fachlichen oder beruflichen Austausch gelingt am besten über eine offene Frage zur Tätigkeit der anderen Person, etwa „Was genau machst du bei deiner Arbeit, das dich gerade am meisten beschäftigt?“.

Achte darauf, zuerst wirklich zuzuhören, statt sofort dein eigenes Anliegen zu platzieren, denn wer nur auf die eigene Vorstellung wartet, verpasst die Gelegenheit, echte Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Sobald sich eine gemeinsame Schnittstelle zeigt, etwa eine ähnliche Herausforderung im Arbeitsalltag oder ein gemeinsames Interessengebiet, kannst du konkret werden und fragen, ob ein weiterer Austausch dazu für beide Seiten interessant wäre.

Wichtig ist, dass dieser Übergang aus echtem Interesse entsteht und nicht aus dem Wunsch, möglichst schnell ein Anliegen unterzubringen, denn das merkt die andere Person meistens sehr schnell.

Gespräche gut beenden

Ein Gespräch aktiv zu beenden gehört ebenso zum guten Networking wie der Einstieg, denn ein klarer Abschluss hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck als ein Gespräch, das einfach im Sand verläuft.

Ein einfacher Abschlusssatz lautet zum Beispiel „Es hat mich wirklich gefreut, mit dir zu sprechen, ich schau mich noch etwas um, aber lass uns gern in Kontakt bleiben“. Das ist höflich, klar und lässt Raum für eine spätere Fortsetzung.

Wenn du an einem weiteren Austausch interessiert bist, sag das direkt und schlage einen konkreten nächsten Schritt vor, etwa den Austausch von Kontaktdaten oder eine Verabredung zu einem späteren Gespräch, statt es bei einer vagen Andeutung zu belassen.

Häufige Fragen

Wie viele Gespräche sollte ich auf einem Networking-Event führen?
Es lohnt sich mehr, wenige Gespräche wirklich zu führen, statt viele nur kurz anzureißen. Zwei oder drei Gespräche, an die sich beide Seiten hinterher erinnern, sind wertvoller als eine lange Reihe kurzer Kontakte.
Wie spreche ich eine Gruppe an, ohne aufdringlich zu wirken?
Nähere dich seitlich an, höre kurz zu, worüber gesprochen wird, und steig dann mit einem Bezug zum laufenden Thema ein. Bei einem sichtlich persönlichen Gespräch ist es meist besser, eine andere Gruppe zu suchen.
Wie gehe ich vom Smalltalk zum eigentlichen fachlichen Gespräch über?
Stelle eine offene Frage zur Tätigkeit der anderen Person und hör wirklich zu. Sobald sich eine gemeinsame Schnittstelle zeigt, kannst du konkret nach einem weiteren Austausch dazu fragen.
Was mache ich, wenn mir die Themen ausgehen?
Ein Fragen-Generator für den beruflichen Kontext kann dir passende Formulierungen liefern, wenn dir spontan nichts einfällt. So musst du dich nicht auf abgenutzte Standardfloskeln verlassen.
Wie beende ich ein Gespräch, ohne unhöflich zu wirken?
Ein klarer, freundlicher Satz reicht aus, etwa der Hinweis, dass du dich noch etwas umschauen möchtest, kombiniert mit dem Wunsch, in Kontakt zu bleiben. Wichtig ist, das Ende aktiv zu benennen.

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